Spomladanski izpitni rok 2022
Nemščina · Splošna matura · Izpitna pola 1A · Osnovna raven · Vir: RIC
An die Spitze getanzt – 0. Für einige Politiker ist Tiktok ein chinesisches
Spionagewerkzeug. Für Facebook ist Tiktok ein Konkurrent,
den es nicht kopieren oder aufkaufen kann. Für hunderte
Millionen junge Menschen bedeutet aber die App etwas
Anderes.
1. Für viele junge Menschen ist nämlich die App zu einer digitalen Heimat
geworden. Hier treffen sie ihre Freunde, lachen gemeinsam über lustige
Videos und informieren sich über politische Ereignisse.
2. In knapp vier Jahren hat Tiktok sämtliche Download-Rekorde gebrochen. 2019 verdiente der
chinesische Eigentümer Bytedance bereits drei Milliarden Dollar mit der App. 800 Millionen
Menschen nutzen sie regelmäßig, davon allein 100 Millionen in den USA. Tiktok zieht viele Nutzer
an und mit ihrer Hilfe hat es die App geschafft, die Welt der Plattformen kräftig
durcheinanderzubringen.
3. Diesen Siegeszug verdankt Tiktok drei Faktoren: seinen aggressiven Werbestrategien, seinen
Nutzern und seinem Algorithmus. Nachdem Bytedance Ende 2017 die App „Musically“ erworben
und mit Tiktok zusammengetan hatte, investierte das Unternehmen rund eine Milliarde Dollar in
Anzeigen bei der direkten Konkurrenz wie Facebook, Instagram und Twitter. Sofort sprang die App
an die Spitze der Download-Charts, binnen weniger Monate erstrahlte ein neuer Stern am Himmel
der sozialen Netzwerke.
4. Der Erfolg von Tiktok steht und fällt mit der Kreativität seiner Nutzer. Die Videos sind oft kurz und
subversiv. Wer sich auf das Format und die Ausdrucksform einlässt, kann eine neue Welt
entdecken, die auf anderen Plattformen schwer zu finden ist. Die Musikindustrie castet auf Tiktok
die Stars von morgen, Agenten suchen nach talentierten Tänzern und Regisseure lassen sich von
Choreografien inspirieren.
5. Kreativ sind nicht nur die jugendlichen Influencer, sondern auch die chinesischen Programmierer.
Sie haben einen Algorithmus entwickelt, der Nutzern Inhalte anbietet, die sie dazu bringen, die App
nicht so schnell zu verlassen. Im Gegensatz zu Facebook oder Instagram müssen sich Nutzer
dafür keinen Freundeskreis aufbauen. Die Empfehlungen auf der „For You“-Seite werden
personalisiert, ohne dass man anderen Accounts folgt. Die App wertet dafür aus, welche Videos
man sich länger ansieht, wo man kommentiert oder Likes verteilt, und schlägt auf dieser Grundlage
neue Informationen vor.
6. Immer mehr bringt der Algorithmus auch die politischen Inhalte nach oben. Jugendliche informieren
sich über den Klimawandel, organisieren Proteste gegen Rassismus oder spielen dem US-
Präsidenten Streiche. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in den USA blieben im Juni Tausende
Sitze frei. Das lag wohl auch an einer gezielten Aktion der Tiktok-Jugendlichen, die erst
massenhaft Tickets reservierten und dann von zu Hause aus über die halb leere Arena lachten.
Gleichberechtigte Modewelt
Bisher wurden kleinwüchsige Menschen von der Modeindustrie kaum berücksichtigt. Ein Label aus
Berlin will das ändern.
In Deutschland leben derzeit etwa 100 000 kleinwüchsige Menschen. Als kleinwüchsig gilt, wer nicht
größer als 1,40 Meter ist. Als Wachstumsstörung zählt der Kleinwuchs offiziell zu den Behinderungen.
Lange Zeit wurden betroffene Menschen diskriminiert. Bis vor weniger als 30 Jahren gab es
beispielsweise noch Freizeitparks, in denen Kleinwüchsige als Attraktion präsentiert wurden.
Das gibt es glücklicherweise heute nicht mehr. Aber aufgrund ihrer geringen Größe werden Betroffene
noch heute oft weniger ernst genommen. Oder sie werden sogar beleidigt, etwa durch Worte wie
„Liliputaner“ oder „Zwerg“. Auch der Alltag ist nicht immer einfach – zum Beispiel beim Kauf der
Kleidung. Die meisten Kleinwüchsigen müssen sich passende Kleidung in der Kinderabteilung
suchen. Doch das ist keine optimale Lösung: Ihre Körpergröße ähnelt zwar der eines Kindes, aber die
Maße unterscheiden sich sehr. Daher sitzen Hosen und T-Shirts für Kinder bei kleinwüchsigen
Menschen meistens nicht gut. Außerdem sind häufig Motive oder Sprüche aufgedruckt, die nicht zu
Erwachsenen passen. Eine Alternative zur Kindermode ist es, sich maßgeschneiderte Kleidung
anfertigen zu lassen. Aber das kostet viel mehr Geld.
Die Designerin Sema Gedik aus Berlin wollte diese benachteiligte Situation verbessern. Sie hat 2017
das Modelabel „Auf Augenhöhe“ gegründet und produziert seitdem Mode für Kleinwüchsige. Ihr
Engagement begann allerdings schon einige Jahre vorher. Denn ihr Projekt war einzigartig und sie
musste alles neu aufbauen. „Es gab nichts, keine Schneiderpuppen, keine Maßtabellen, keine
Schuhe“, erzählt sie in einem Zeitungsinterview. Jeder kleinwüchsige Mensch hat unterschiedliche
Proportionen und es war schwierig, einheitliche Größe festzulegen. Sema Gedik hat deshalb zuerst
viele Menschen vermessen und mit diesen Daten dann eigene Konfektionsgrößen für Kleinwüchsige
erstellt. Bis heute arbeitet sie eng mit ihren Kunden zusammen und entwickelt ihre Maßtabellen
weiter, um das Angebot immer mehr zu erweitern und zu verbessern. Mit ihrem Unternehmen hat
Sema Gedik einen entscheidenden Beitrag zur Integration geleistet: Erstmals ist es Menschen mit
Kleinwuchs möglich, passende modische Klamotten ganz einfach im Online-Shop zu bestellen. Ihre
Kollektion konnte die Designerin sogar schon auf der Berliner Modewoche präsentieren – natürlich mit
kleinwüchsigen Models auf dem Laufsteg.
Ergänzen Sie sinngemäß. Die richtigen Informationen finden Sie nur im Text.
Rešitve – Aufgabe 2
Beantworten Sie kurz die Fragen. Die richtigen Informationen finden Sie nur im Text.