Spomladanski izpitni rok 2021
Nemščina · Splošna matura · Izpitna pola 1A · Osnovna raven · Vir: RIC
Die neuen Foodtrends – Trend auf dem Teller: Nachhaltiges Essen,
selbstgemachte Lebensmittel, aber auch
„ultra-lokale“ Produkte werden wichtig.
Schon mal Wurst selbst gemacht? Oder Pasta aus Kichererbsen, Erbsen und Linsen gekostet? Oder
mit Karottenkraut gekocht? Wer diese Fragen mit ja beantwortet, ist bei den aktuellen Ernährungs-
Trends vorne mit dabei.
Nach Indien, Israel, Taiwan und Italien liegt Deutschland auf Platz 5 der Länder weltweit mit dem
höchsten Anteil an Vegetariern. Sie verzichten meist aus Überzeugung auf tierische Produkte und
benutzen viele alternative Lebensmittel wie Wolfsbohnen oder Austernpilze statt Fleisch. Jeder zehnte
ernährte sich im Jahr 2015 vegetarisch, jeder Hundertste vegan, also nicht nur fleischlos, sondern
auch ganz ohne Milch- und Eiprodukte.
Nachhaltiges, bewusstes Essen – auch Spiritual Food genannt – gewinnt gerade an Bedeutung. Dazu
gehört der Trend der Komplettverarbeitung: Ziel ist es, „vom Blatt bis zur Wurzel“ zu essen – also alle
Teile eines Gemüses oder einer Frucht wie beispielsweise Karottenkraut, Wassermelonenschale oder
Bohnenblätter, die normalerweise im Abfall oder auf dem Kompost landen würden.
Immer mehr Köche nutzen auch den Trend des „von Kopf bis Schwanz“ für Fisch und Fleisch.
Kursangebote greifen ihn auf. Der Spitzenkoch und Fleischprofi Ludwig Maurer bietet zum Beispiel
Kurse an, in denen die Teilnehmer lernen, ein Tier selbst zu zerteilen und komplett zu verarbeiten. Für
Maurer ist das ein Zeichen von Respekt gegenüber Lebewesen und zeigt einen
verantwortungsbewussten Umgang mit Lebensmitteln. Darin verbirgt sich noch ein weiterer Food-
Trend: selbstgemachte Lebensmittel. Denn wer etwas selbst herstellt, weiß definitiv, was drin ist,
obwohl die Herstellung oft viel teurer ist. Relativ simple Lebensmittel wie Butter, Brühe oder auch
Mandelmilch werden von vielen schon länger in der eigenen Küche produziert.
Als Reaktion auf die Globalisierung und Industrialisierung der Essensindustrie sehnen sich viele
Konsumenten nach Natürlichkeit und Authentizität – und greifen auf regionale Produkte zurück. Je
näher das Produkt am Kochtopf wächst, desto besser, lautet die Devise. Laut dem „Food Report
2017“ des Zukunftsinstituts, einem der einflussreichsten Think Tanks der europäischen Trend- und
Zukunftsforschung, nimmt die Präferenz für regionale Lebensmittel zurzeit deutlich zu. Hyper- oder
Ultra-Lokalität heißt das dann. Das Berliner Start-up Infarm nutzt den Supermarkt beispielsweise
direkt als Anbaufläche für seine Produkte.
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Rešitve – Aufgabe 1
Ich will nicht auf Hilfe warten
Silija Korn ist im Alter von 17 Jahren komplett erblindet.
Heute gibt sie Malkurse und hat ein Kinderbuch geschrieben.
Die Erzieherin und Mutter lebt in Berlin.
Frau Korn, erinnern Sie sich daran, wie Farben aussehen?
Ja, ich habe das nie vergessen. Ich erinnere mich immer wieder bewusst daran, wie Dinge aussehen.
Dann kommt das Bild davon in meinem Kopf zurück.
An Ihren Kursen nehmen vor allem Menschen teil, die nicht blind sind. Wie kommen diese
damit zurecht, beim Malen nichts zu sehen?
Die meisten sind neugierig und glauben am Anfang nicht, dass das geht. Aber dann sind sie
überrascht. Man braucht nur die richtigen Techniken. Um die Farben voneinander zu unterscheiden,
stelle ich sie in einer Reihe von hell nach dunkel auf. Auch mische ich Materialien wie Eierschalen,
Sand und Sägespäne darunter. Um mir zu merken, an welcher Stelle ich zuletzt gemalt habe, halte ich
den Finger darauf. Ich will den Menschen zeigen, was man als Blinde alles machen kann.
Haben Sie selbst nach Ihrer Erblindung mit dem Malen begonnen?
Ich war schon als Kind sehbehindert, malte aber trotzdem gern. Aber nach meiner kompletten
Erblindung hörte ich auf. Ich dachte, ich werde das nie wieder tun können. Erst vor ein paar Jahren las
ich einen Bericht über blinde Kinder, die malen. Da suchte ich mir jemanden, der mir eine Einführung
gab. Mein Problem war die Angst davor, auf eine Leinwand zu malen. Nachdem ich diese
überwunden hatte, machte es immer mehr Spaß.
Ein Motiv ihrer Bilder ist Berlin. Wie erleben Sie die Stadt?
Es kann sehr hektisch, aber auch ruhig sein. Berlin ist toll. Ich bin hier aufgewachsen und will an
keinem anderen Ort leben. Zwar ist es sehr anonym. Aber jeder kann so sein, wie er ist. Außerdem
gibt es hier so viele Möglichkeiten, kulturelle Angebote, Cafés. Die meisten Menschen sind sehr offen
und helfen mir im Alltag. Zum Beispiel, wenn ich in der U-Bahn einen freien Platz suche.
Sie arbeiten als Erzieherin und sind Mutter. Wie ist Ihr Alltag mit den Kindern?
Für die staatliche Anerkennung meiner Ausbildung musste ich kämpfen. Ich hatte schon ein
Jobangebot, aber der Senat wollte mich nicht als Erzieherin arbeiten lassen. Nach vier Monaten ging
es dann doch. Am Anfang wusste ich nicht, ob die Kinder auf mich hören würden. Oder ob sie es
ausnutzen würden, dass ich nichts sehen kann. Aber dann erkannten sie, dass ich sehr gut hören
kann – und sehr schnell merke, was um mich herum passiert. So bekam ich ihren Respekt. Man kann
als Blinde so viel erreichen. Es ist viel mehr möglich, als manche Menschen denken. Ich will anderen
Mut machen.
Sind Sie deshalb auch im Internet so aktiv?
Ja! Ich sammle Informationen und publiziere sie für andere auf meiner Website. Ich habe einen Blog
und bin bei Facebook, Instagram, Youtube und Twitter aktiv. Im Januar dieses Jahres habe ich
außerdem eine Stiftung für Blinde und Taubblinde gegründet. Es ist mir besonders wichtig, selbst
etwas zu tun – und nicht darauf zu warten, dass andere mir helfen. Nach meiner Erblindung dachte
ich, die Welt sei zu Ende. Aber das ist sie nicht. Ich bin ein selbstständiger Mensch geworden.
Beantworten Sie kurz die folgenden Fragen. Die richtigen Lösungen finden Sie nur im Text.
Rešitve – Aufgabe 2
Ergänzen Sie die Sätze. Die richtigen Lösungen finden Sie nur im Text.