Spomladanski izpitni rok 2017

Nemščina · Splošna matura · Izpitna pola 1A · Osnovna raven · Vir: RIC

Spomladanski izpitni rok 2017

Der Wille zur Liebe – Singles sind auf der Suche nach romantischer Liebe – dabei führt der Weg

zum Beziehungsglück auch über andere Wege, berichtet Nicole Erdmann.

Sarah war sieben Jahre Single. Im Sommer 2010 lernt sie bei der Arbeit Felix kennen, einen der

„nettesten Menschen der Welt“, wie sie bald von ihm sagt, aber Interesse an ihm als Mann hat sie

nicht. Optisch ist er nicht ihr Typ, außerdem ist er ziemlich klein, sie hat andere Vorstellungen. Doch

sie arbeiten über Wochen zusammen, er zeigt irgendwann ziemlich deutlich sein Interesse an ihr, sie

sind sich einig über zentrale Fragen, haben die gleichen Ziele, den gleichen Humor. Sarah mag Felix

– und als er sie irgendwann küsst, findet sie es okay.

Ein paar Wochen später werden sie ein Paar – es ist unkompliziert mit ihm, er ist zuverlässig, sie

verstehen sich. „Ich war so lange Single“, sagt Sarah, „und ich dachte mir einfach: Es stört mich nichts

Gravierendes, wir verstehen uns so gut, ich sollte das jetzt einfach mal machen.“ Und bis heute hat

sie es nicht bereut, im Gegenteil: Sarah ist sehr glücklich mit Felix, sie hat ihn in Sachen Zuneigung

inzwischen eingeholt.

Aber darf eine Beziehung so anfangen? So nüchtern, überlegt, ohne Schmetterlinge-im-Bauch-

Moment? Ja. Sie darf nicht nur – sie hat sogar die größeren Erfolgsaussichten als Liebe, die auf

romantischer Verliebtheit gründet. Und ist die Chance für die vielen Singles, die regelmäßig an ihren

zu hohen Ansprüchen und Vorstellungen davon scheitern, wie eine vermeintlich perfekte Liebe zu sein

hat: „Eine warmherzige Zuneigung reicht für eine glückliche Beziehung völlig aus“, sagt

Paartherapeutin Ingrid Strobel. „Rauschhaftes Verliebtsein bildet nicht die Basis für eine langfristige

Partnerschaft.“ Viel wichtiger seien gemeinsame Ziele, ähnliche Werte und Moralvorstellungen.

Die Vernunft. Die braucht man, um sich auf eine Beziehung mit jemandem einzulassen, die kein

wohliges Sehnen hervorruft. Genau dieser Perspektivwechsel von der Romantik zur Realität kann sich

lohnen. Vom Paar- und Psychotherapeuten Arnold Retzer stammt die vor fünf Jahren erschienene

und viel diskutierte „Streitschrift für mehr Realismus in der Liebe“. In „Lob der Vernunftehe“ konstatiert

er: Vernünftige Vorstellungen, Erwartungen und Verhaltensweisen führen zu einer guten ehelichen

Lebensqualität.“ Und die ist es nämlich, die uns dauerhaft glücklich macht und erfüllt. Nicht das

wahnsinnig aufregende Auf und Ab, das Gefühlskarussell aus Enttäuschungen und Höhenflügen – so

spannend das auch sein mag. Nein, der Schlüssel zum Liebesglück heißt Vernunft –, weil, wie Arnold

Retzer sagt, eine Vernunftbeziehung „realistisch, lebbar und erfolgreich ist“.

Doch ist es die romantische Liebe, die erotische Anziehung, die in den Medien wie auch

gesellschaftlich gefeiert wird. Die FAZ nannte den Mythos von der romantischen Liebe gar den

„Leitstern unserer Zeit“, eine „Pseudoreligion“ – was nicht übertrieben ist. Prominente wie

Nichtprominente inszenieren ihre Hochzeiten bis zur Perfektion, lassen sich für ihre Liebe bewundern

und tragen sie zur Schau. Denn Romantik läuft gut: Die VOX-Sendung „4 Hochzeiten und eine

Traumreise“ etwa erreicht zweitstellige Marktanteile der jungen Zielgruppe. Dennoch, der Psychiater

M. Scott Peck konstatiert: „Wahre Liebe ist ein Akt der Willens, nicht der Emotion. Wer sich bewusst

entscheidet, zu lieben, liebt wirklich.“

Aufgabe 1

Entscheiden Sie, ob folgende Behauptungen richtig (R) oder falsch (F) sind, und markieren Sie jeweils den entsprechenden Buchstaben.

1.Sarah ist von Anfang an fasziniert davon, wie gut Felix aussieht.
2.Felix lässt seine Gefühle für Sarah nicht gleich erkennen.
3.Bald nachdem sie ein Paar werden, beginnen die ersten Probleme.
4.Ingrid Strobel meint, dass eine stabile Partnerschaft die große Liebe braucht.
5.Für die „Streitschrift für mehr Realismus in der Liebe“ zeigte man viel Interesse.
6.Wer sagt, dass die große Liebe zu einer neuen Religion wurde, übertreibt.

Rešitve – Aufgabe 1

1.F
2.R
3.F
4.F
5.R
6.F

Die Begeisterung für Fenster – Die Autorin Hatice Akyün wurde 1969 in der Türkei geboren und kam

1972 mit ihrer Familie nach Deutschland. Als freie Journalistin und

Schriftstellerin lebt sie heute in Berlin. Dieser Text ist aus ihrem Buch

Verfluchte anatolische Bergziegenkacke, in dem sie mit viel Ironie und

Witz über den deutsch-türkischen Alltag erzählt.

Mein Vater pflegt eine tiefe Liebe zu doppelverglasten Fenstern. Mit dieser Begeisterung steht er nicht

alleine da. Bundeskanzlerin Angela Merkel antwortet auf die Frage, welche Empfindungen

Deutschland in ihr weckt: „Kein anderes Land kann so schöne Fenster bauen.“ Als mein Vater in

unserem alten Haus in Duisburg die ersten Doppelglasfenster einsetzen ließ, musste jeder einmal

seiner Demonstration für die Spitzenqualität zuhören und zusehen. Er öffnete die Fenster und fragte:

„Hörst du das?“ Dann schloss er es. „Hörst du das? Nix hörst du. Dann machte er es noch einmal auf

und zu und strahlte übers ganze Gesicht. Als jeder in der Familie und auch die Nachbarn überzeugt

worden waren, dass ein Leben ohne doppelverglaste Fenster grauenvoll ist, durfte meine Mutter

endlich die praktischen Fenster mit schweren, dekorativen Stoffen verhängen.

In meiner Kindheit war die Lieblingsantwort meines Vaters auf alle Fragen und Wünsche: „Wenn wir

erst ein Haus in der Türkei haben ...“ Meine Geschwister und ich konnten die Sehnsucht nicht ganz

nachvollziehen, lieber hätten wir zu Hause in Duisburg ein richtiges Badezimmer gehabt statt einer

provisorischen Dusche. Wenn Reparaturen im Haus anstanden, überlegte mein Vater genau, ob es

sich noch lohnen würde, das zu richten.

Eine der größten Schnittmengen zwischen Deutschen und Türken ist, dass sie leidenschaftliche

Handwerker sind. Die Bastelstunde am Wochenende, das Zusammentragen von Baumaterial und der

notwendigen Werkzeuge ist für meinen Vater zur Berufung geworden. Seit ich denken kann, wünscht

sich mein Vater einen Ingenieur als Schwiegersohn. Monatelang hat er versucht, mich mit einem

entfernten Verwandten zu verkuppeln, der in München Maschinenbau studiert. Er fände es sehr

praktisch, einen Ingenieur in der Familie zu haben, der ihm bei Reparaturen zur Hand gehen könnte.

Doch bisher reichte es bei seinen Schwiegersöhnen nur für einen Automechaniker, einen

Betriebsleiter und einen türkischen Beamten. So sucht er den fachlichen Austausch in diversen

Baumärkten rund um Duisburg und hat ein Thema gefunden, über das er jederzeit mit

Hobbyhandwerkern kommunizieren kann. Manchmal in seiner Muttersprache und manchmal mit

Händen und Lauten, wenn er versucht, dem Baumarktverkäufer seine neueste Entdeckung zu

erklären.

Übrigens hat sich viel getan in den letzten Jahren, zumindest bei meinen Eltern. Sie haben das kleine

Zechenhaus gekauft und jede Diele, jede Stromleitung erneuert. Meine Mutter hat sogar ihre

schweren Teppiche gegen Parkett ausgetauscht. Das Badezimmer ist längst hochmodern mit allen

Annehmlichkeiten von der Dusche bis zur runden Badewanne. Mein Vater zeigt bei jedem seiner

Besuche stolz, was er für Verbesserungen in seinem Haus eingebaut hat. Wie herrlich hätte doch

meine Kindheit sein können, wenn es die Baumärkte schon früher gegeben hätte.

Aufgabe 2

Beantworten Sie kurz die folgenden Fragen. Die richtigen Lösungen finden Sie nur im Text.

1.Was haben der Vater der Autorin und die Bundeskanzlerin gemeinsam? ___
2.Wie waren die Vorhänge an den Fenstern? ___
3.Welchen Wunsch des Vaters konnten die Kinder nur schwer verstehen? ___
4.Was haben die Deutschen und die Türken gemeinsam? ___
5.Warum wünschte sich der Vater einen Schwiegersohn mit Vorliebe für Technik? ___
6.Was hätte nach Meinung der Autorin ihre Kindheit verbessern können? ___ (6 Punkte)

Rešitve – Aufgabe 2

1. Die Liebe zu (doppelverglasten) Fenstern.  Sie sind aus Deutschland.
2. Schwer und dekorativ. schwer in dekorativ.
3. Die Sehnsucht nach einem Haus in der  Umzug in die Türkei.
4.M171-251-1-4
5. Er könnte ihm bei Reparaturen helfen.  Es ist praktisch.
6. Baumärkte.
Aufgabe 3

Ergänzen Sie die Sätze. Die richtigen Lösungen finden Sie nur im Text.

1.Der Vater wollte die Besucher von der ___ der Doppelglasfenster überzeugen.
2.Als der Vater die Fenster öffnete und schloss, hörten die Besucher ___.
3.Als die Kinder klein waren, träumten sie von ___.
4.Der Vater war nie sicher, ob sich die Ausbesserungen am Haus ___ würden.
5.In den Baumärkten kommunizierte der Vater sowohl auf Türkisch als auch ___.
6.Die Eltern haben das Haus, das sie jetzt besitzen, ganz ___. (6 Punkte) Prazna stran OBRNITE LIST.

Rešitve – Aufgabe 3

1. Qualität
2. nichts  nicht
3.einem (richtigen) Badezimmer
4.lohnen
5.mit Händen und Lauten NESPREJEMLJIVO:
6. erneuert  gern