Jesenski izpitni rok 2020

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Jesenski izpitni rok 2020

Zwei Klavierhäuser mit langer Tradition – Fast 170 Jahre Klavierhaus Fiedler und 111 Jahre Klavierhaus Streif in Graz:

zwei steirische Traditionsfamilienunternehmen mit langer Geschichte

Franz Fiedler aus Mähren war ein vielseitiger Mann, spielte

Kontrabass in einer Kapelle, war Lehrer, Organist,

Klavierstimmer und Klavierverkäufer. Mit seiner Kapelle kam er

viel in Europa herum und 1841 auch nach „Grätz“, wo er sieben

Jahre später Franz Fiedlers Pianoforte-Handlung und

Leihanstalt in der Alleegasse (heute Girardigasse) gründete. Er

fing mit neun Flügeln als Leihinstrumenten an, spielte häufig auf

„Leiche“ auf, also bei Begräbnissen, aber auch bei

Theaterstücken mit Musik. Fiedler nahm lebhaften Anteil am

Konzertleben der Stadt und erwarb sich schnell einen so

hervorragenden Ruf, dass er im Jahr 1857 von Ignaz

Bösendorfer den exklusiven Handel mit seinen Instrumenten

übertragen bekam. Pianisten und musikalische Talente gingen

in dem Musikhaus ein und aus, darunter auch Johannes

Brahms, bei dem angeblich auch privates Interesse an einer

Bekannten von Franz Fiedlers Frau Auguste mitspielte, wird in

der Zeitschrift Business History Monat berichtet.

Nach Franz Fiedlers Tod im Jahr 1876 übernahm sein Sohn Albert die Firma und machte sie groß.

Er übersiedelte in die heutigen Geschäftsräume in der Beletage am Eisernen Tor 2 im Herzen von

Graz und erhielt 1897 vom Kaiser den Ehrentitel „k.u.k. Hoflieferant“ verliehen. Albert war nicht nur

Klaviermacher und gesuchter Klavierstimmer, sondern auch ein geschickter Geschäftsmann, bei

dem die künstlerische Prominenz von Leo Slezak bis Peter Rosegger ein und aus ging. Sein ältester

Sohn Albert, ein sehr guter Cellist, der unter Richard Strauß in vielen Konzerten spielte, trat Anfang

des 20. Jahrhunderts als Erstes von drei Kindern in die Firma ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg

übernahm Gerhard Fiedler das Kommando in der Firma. Heute leitet Stephan Fiedler in bereits

sechster Generation das Familienunternehmen.

Vor 111 Jahren wurde in Graz aber auch ein zweites Klavierhaus in Betrieb genommen, das

ebenfalls ein Traditionsbetrieb mit großem Namen wurde. Im Jahr 1900 kam nämlich der gelernte

Klavierbauer Emanuel Streif aus Wien nach Graz, wo er 1906 am Franziskanerplatz Nr. 8 eine

Reparaturwerkstatt eröffnete. Schon nach wenigen Jahren wurde das Lokal zu klein und Streif

übersiedelte ins Haus Sackstraße 14, in dem die Firma mehr als 102 Jahre blieb. Emanuel Streif und

sein Sohn Heribert bauten die Meisterwerkstatt und das daran angeschlossene Geschäft konsequent

aus. 1972 übernahm Heriberts Sohn Heimo Streif, damals der jüngste Klavierbaumeister

Österreichs, den Familienbetrieb und führte ihn 34 Jahre lang erfolgreich weiter. Im Juni 2006, exakt

100 Jahre nach Betriebsgründung, ging die Geschäftsleitung an Heimo Streif Junior, der wie sein

Vater ebenfalls Klavierbaumeister ist, und dessen Schwester Edda über, die nun in der

Humboldtstraße 1–3 residieren.

Aufgabe 1

Entscheiden Sie, ob folgende Behauptungen richtig (R) oder falsch (F) sind, und markieren Sie jeweils den entsprechenden Buchstaben ((cid:57)).

1.Franz Fiedler wurde durch die Erfindung des Klaviers bekannt.
2.Franz Fiedler begleitete musikalisch die Vorstellungen im Theater.
3.Bösendorfers Instrumente wurden ausschließlich im Geschäft Fiedlers verkauft.
4.Albert Fiedler bekam für seinen Geschäftserfolg eine Auszeichnung vom Kaiser.
5.Beide Betriebe sind heute noch im Familienbesitz.
6.Die Firma Streif hat heute ihren Sitz in der Sackstraße.

Rešitve – Aufgabe 1

1.(cid:161) F
2.(cid:161) R
3.(cid:161) R
4.(cid:161) R
5.(cid:161) R
6.(cid:161) F

Konrad Duden – Vater der deutschen Rechtschreibung – „Möwe“ oder „Möve“ – die Schreibweise hing im

19. Jahrhundert vom Wohnort ab. Die deutsche Schriftsprache

war so unübersichtlich wie die politische Landkarte

Deutschlands. Jede Institution, jeder deutsche Kleinstaat hatte

seine eigene Orthographie. Unter den Sprachwissenschaftlern

schwelte ein Streit um die rechte Schreibweise. Einige

Wissenschaftler wollten die Orthographie an die Etymologie

und die anderen an die Phonetik ausrichten. Konrad Duden

interessierte nicht der akademische Streit, sondern der

lebendige Sprachgebrauch: „Die Schrift ist nicht für die

Gelehrten, sondern für das ganze Volk da“, lautete seine

Maxime. Dass es ein Lehrer war, der wesentlich zur

Vereinheitlichung der deutschen Schriftsprache beitrug, kann

nicht überraschen.

Der am 3. Januar 1829 in Lackhausen bei Wesen als Sohn eines Eisenbahnbeamten geborene

Konrad Duden studierte in Bonn klassische Philologie, Germanistik und Geschichte. Aus Geldmangel

unterbrach er das Studium und arbeitete als Hauslehrer in Frankfurt am Main. Als er 1854 seine

Lehramtsprüfung ablegte, bewertete die Prüfungskommission die Leistung nur als „im Ganzen

befriedigend“ und riet ihm, seine Grammatikkenntnisse zu verbessern, „damit durch seine ästhetische

Auffassung der streng grammatische Gesichtspunkt nicht beeinträchtigt“ werde. Das an die Promotion

anschließende Lehramtspraktikum brach er ab und arbeitete erneut als Hauslehrer – diesmal im

italienischen Genua. Nachdem der leidenschaftliche Pädagoge 1859 wieder nach Deutschland

zurückgekehrt war, machte er schnell Karriere. Zunächst lehrte er an einem Soester Gymnasium,

dessen Prorektor er dann wurde, ging 1869 als Gymnasialdirektor ins thüringische Schleiz und leitete

von 1876 bis 1905 das Gymnasium in Bad Hersfeld. Längst hatte Duden sein Thema gefunden.

1872 veröffentlichte er unter dem Titel Die deutsche Rechtschreibung seine erste Aufstellung

einheitlicher Schreibweisen. Der Zeitpunkt war kein Zufall. Ein Jahr zuvor war die Reichsgründung

erfolgt. Ergänzend zur politischen Einigung strebte Duden nach einheitlicher Schreibweise. Sein

zweites großes Ziel war deren Vereinfachung. So einfach das Ziel, so schwierig der Weg. 1876

scheiterte die erste Konferenz zur Herstellung einer größeren Einigung in der deutschen

Rechtschreibung. Es war Reichskanzler Bismarck, der entscheidenden Widerstand leistete. Er verbot

die Anwendung der Regeln für die preußischen Behörden. Doch Duden blieb hartnäckig. Da eine

Vereinheitlichung ohne Preußen nicht möglich war, legte er seinem 1880 erschienenen Hauptwerk die

preußische Schulorthographie zugrunde. Das Vollständige orthographische Wörterbuch der

deutschen Sprache, der Ur-Duden wurde 1901 zur allgemein akzeptierten Grundlage der zweiten

Rechtschreibkonferenz und wurde 1902 für alle deutschen Bundesstaaten verbindlich. Auch

Österreich-Ungarn und die Schweiz schlossen sich an. Doch die neue Orthographie war kein

wissenschaftliches Regelwerk. Duden hatte gesammelt und sortiert. Es wimmelte in seinem

Wörterbuch von Fehlern. Duden arbeitet an der Beseitigung der Mängel bis zu seinem Tod am 1.

August 1911. Von rund 27.000 Wörtern wuchs der Ur-Duden in 20 Jahren auf das Doppelte. Heute

sind es auf 900 Seiten rund 115.000 Stichwörter. Und seit der neunten Auflage von 1905 trägt das

Standardwerk für korrekte Schreibweisen den Namen seines Autors: Duden.

Aufgabe 2

Beantworten Sie kurz die Fragen. Die richtigen Lösungen finden Sie nur im Text.

1.Worum stritten die Sprachexperten im 19. Jahrhundert? ___
2.Warum war der akademische Streit für Duden unwichtig? ___
3.Warum unterbrach Duden sein Studium? ___
4.Welchen Rat bekam Duden von der Prüfungskommission? ___
5.Was machte Duden in Italien? ___
6.Seit wann gibt es in Deutschland eine einheitliche Schreibweise? ___ (6 Punkte)

Rešitve – Aufgabe 2

1.(cid:161) Um die Schreibweise.
2.(cid:161) Weil er sich für den lebendigen
3.(cid:161) Aus Geldmangel.
4.M202-251-1-4
5.(cid:161) Er arbeitete als Hauslehrer.
6.(cid:161) 1902.
Aufgabe 3

Ergänzen Sie die Sätze. Die richtigen Lösungen finden Sie nur im Text.

1.Im 19. Jahrhundert schrieb man in jedem ___ anders.
2.Nachdem Duden promoviert hatte, fing er mit dem ___ an, das er jedoch nicht beendete.
3.Nach der Reichsgründung wollte Duden, dass ___ vereinheitlicht und vereinfacht wird.
4.In Preußen durften Dudens Regeln nicht angewendet werden, weil ___ dagegen war.
5.Das Wortverzeichnis und die Regeln für die deutsche Rechtschreibung wurden nicht nur in den deutschen Bundesstaaten, sondern auch in Österreich-Ungarn und in der Schweiz ___.
6.Duden wollte ___ in seinem Wörterbuch beseitigen und beschäftigte sich damit, bis er starb. (6 Punkte)

Rešitve – Aufgabe 3

1.(cid:161) Wohnort
2.(cid:161) Lehramtspraktikum
3.(cid:161) die Schreibweise
4.(cid:161) (Reichskanzler) Bismarck
5.(cid:161) verbindlich
6.(cid:161) Mängel